Rückblicke neigen zur Verklärung, eine vielleicht sympathische menschliche Eigenschaft, die Schweres leichter nimmt, den Unwägbarkeiten des Lebens Positives ablauscht. So erging es auch uns:

Neben den Absagen

• Passionsprogramm

• Klangspur Kettwig

• Bach-Kantaten im Advent

• Weihnachts-Oratorium zum Mitsingen

konnten wir doch einiges realisieren:

• Psalmen Davids: Lewandowski & Mendelssohn in St. Mariä Empfängnis, Essen-Holsterhausen

• Musik zum Advent mit den Confessiones des Augustinus

• intensive Proben zum Weihnachts-Oratorium in der Philharmonie Essen, welches aber dann nicht aufgeführt wurde.

Am Anfang stand eine gewisse Ratlosigkeit: Wie soll Chorsingen auf 4 mal 6 Meter Abstand gelingen? Dann kamen die ersten Studien, die Abstände von 3 mal 3 Metern als ausreichend ansahen. Schließlich tasteten wir uns allmählich an eine völlig neue Arbeitsweise heran. Neben intensiver Unterstützung durch unsere Stimmbildnerin Annette Jahr war es schlicht Gewöhnung, dass am Ende 32 Kehlen im weiten Rund open air und in großen Kirchen zu einer Einheit verschmolzen. Seit klar war, dass das Publikum nicht würde mitsingen dürfen, probten wir den Ernstfall, immer unter Einhaltung sämtlicher behördlichen Vorgaben, die wir aus eigenem Sicherheitsbedürfnis in aller Regel übererfüllten. So bleibt auch nach diesem Jahr vor allem: Dankbarkeit. Wir sind dankbar für das schönste Hobby, das wir uns vorstellen können: dem Innersten des Menschen auf die Spur kommen, mit der eigenen Stimme sich ausdrücken, Beziehung zu Ihnen, den Hörern aufbauen in gleichermaßen individueller Verantwortung wie kollektivem Zusammenklang.

Felizitas Noll

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